Psychotherapiepraxis Birgit Heinemann
Psychotherapiepraxis Birgit Heinemann

Eltern

„Seht ihr den Mond dort stehen?

Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.“ 

Abendlied von Matthias Claudius

(3. Strophe)

 

So wie mit dem Mond geht es auch Eltern, Lehrerinnen und Lehrern, Erziehern und Erzieherinnen und natürlich auch Psychotherapeutinnen mit den Kindern und Jugendlichen. Mitunter ist ihr Verhalten ausgesprochen anstrengend und erscheint unvernünftig. Man versteht sie nicht – bzw. nur einen Teil dessen, was sie bewegt. 

Aus tiefenpsychologisch fundierter Sicht sind psychische Störungen nicht nur Störungen oder "Ausfälle", sondern auch Erlebens- und Verhaltensmuster mit einer eigenen Dynamik und Funktion, die auf eine Weise Sinn ergeben, obwohl diese Funktion in der äußeren Wirklichkeit hinderlich, kontraproduktiv, schädlich und dysfunktional sein kann bzw. ist. 

In diesem Sinne können zum Beispiel Symptome wie das Ritzen und weitere Selbstverletzungen eine höchst erfolgreiche Sofortmaßnahme gegen akute Panikangst darstellen. In anderen Fällen hilft die Selbstverletzung gegen Gefühle großer, innerer Leere. Zwänge schränken nicht nur ein und stören, sie stellen auch eine Strategie dar, um schwer aushaltbare Gefühle auszugleichen. 

Meine Beispiele legen nahe, wie bedeutsam eine Analyse der Verhaltensauffälligkeiten unter Berücksichtigung des individuellen Erfahrungskontextes des Kindes oder Jugendlichen und seiner Familie ist. Für Eltern ist es in einem ersten Schritt hilfreich, mit den Symptomen umzugehen, wenn sie ihr Kind besser in seinen Schwierigkeiten verstehen. 

In einem zweiten Schritt geht es darum, Ideen für gesündere oder sozial verträglichere Bewältigungsstrategien zu erarbeiten und in der Praxis zu erproben. Wenn dies gelingt, können sich durch einen anderen Umgang mit den inneren und äußeren Konflikten auch die Symptome auflösen. 

Bis zu einem Alter von circa 16 Jahren begleite ich neben den Kindern und Jugendlichen, wenn es sinnvoll und notwendig erscheint, oft auch die Eltern in Einzelgesprächen oder in gemeinsamen Gesprächen mit dem/der Jugendlichen, um Brücken zu bauen, andere Möglichkeiten des Ausfechtens zu erproben und alternative Lösungen zu erkunden. 

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